Fuldaer Zeitung, 13.04.2010


Ein Naturbad für die ganze Familie

DAS NEUE BAD
Die Kosten für die Umgestaltung des Freibades in Altengronau belaufen sich auf etwa 556.000 Euro. 200.000 Euro stellt das Land im Zuge des Konjunkturpakets zur Verfügung. Den Rest finanziert die Gemeinde mit Hilfe eines Anspardarlehens. Das Naturbad soll im Mai 2011 eröffnet werden. Neben einem Schwimm- und Nichtschwimmerbecken wird es auch einen Sprungfelsen, eine Wasserrutsche und ein Kleinkinderbecken geben. / fl

Nach dem offiziellen Teil nahmen die Kinder den Spaten in die Hand. Sie freuen sich vor allem auf Rutsche und Sprungfelsen. Foto: Florian Leidheiser
Nach dem offiziellen Teil nahmen die Kinder den Spaten in die Hand. Sie freuen sich vor allem auf Rutsche und Sprungfelsen.
Foto: Florian Leidheiser

ALTENGRONAU Die Bauarbeiten für das Natur-Erlebnisbad in Altengronau schreiten voran. Gestern war der obligatorische Spatenstich. Im Mai 2011 soll das neue Bad eröffnet werden.

Zurück zur Natur heißt die Devise an der Sinn. Kein Chlor, keine Fliesen, dafür Uferbepflanzung, Natursteine, die eine oder andere Libelle, oder auch mal ein Frosch: Läuft alles nach Plan, schwimmen und baden Besucher ab Mitte Mai nächsten Jahres ähnlich wie in einem See. "Es ist dann ein lebendes Gewässer", erläutert Architekt Jörg Janisch aus Münzenberg-Gambach die Besonderheit des Naturbades.
Das Wasser werde nicht mehr chemisch mit Chlor, sondern auf natürlichem Wege gereinigt. Diese Prozesse laufen im Regenerationsteich ab, der oberhalb des Beckens entsteht. „Das ist der Nachteil an Naturbädern. Man benötigt einen erhöhten Flächenbedarf für die Wasseraufbereitung“, erklärt Janisch. Überlaufschwellen sorgen dafür, dass das Wasser in den Regenerationsteich gelangt. Das aufbereitete Wasser wird anschließend über zwei Kreiselpumpen wieder zurück in das Bad geleitet.

Ausgaben sollen sich in etwa acht Jahren amortisiert haben

Die normale Schwimmbadtechnik entfällt komplett. Die Sonne wird das Wasser aufheizen. Über den reduzierten Bedarf an Technik und Energie freut sich insbesondere die Gemeinde Sinntal. Lag das Defizit des alten Schwimmbads nach Auflistung aller Einnahmen und Ausgaben jährlich bei über 100.000 Euro, so wird die Unterhaltung des neuen Naturbades für die Kommune künftig bedeutend kostengünstiger. „Die Ausgaben für das etwa 556.000 Euro teure und vom Land Hessen geförderte Projekt (siehe Kasten) werden sich in sieben, acht Jahren amortisiert haben“, sagt Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD). Geplant ist, dass die Gemeinde die Betriebsführung abgibt und dann nur noch einen Kostenzuschuss erbringt. Ortsvorsteher Eugen Schüßler (SPD) erinnerte nochmals an die „kontroversen Diskussionen“ rund um das Altengronauer Schwimmbad. Sogar eine Schließung habe damals im Raum gestanden. „Wir erhoffen uns mit dem Bad, eine größere Zielgruppe zu erreichen“, sagt Rathauschef Ullrich. Im Blick habe er besonders Familien. Die Rutsche und der Sprungfelsen werden besonders den Kindern gefallen. Gestern konnte es der Altengronauer Nachwuchs kaum noch erwarten und nahm zwischendurch den Spaten auch mal selbst in die Hand.

Von unserem
Redaktionsmitglied
Florian Leidheiser

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