Kreis-Anzeiger für Wetterau und Vogelsberg, 13.10.2007


"Alle freuen sich schon auf den Sommer"

Arbeiten im Hirzenhainer Waldschwimmbad gehen gut voran - Ehrenamtliche Helfer packten 1145 Stunden lang an
- von Christian Berg -


Waldschwimmbad Hirzenhain
Im großen Becken des Hirzenhainer Waldschwimmbades wird gerade die Folie verlegt. Der Wasserkreislauf steht bereits.
In der kommenden Badesaison soll es dort wieder richtig rund gehen. Bild: Berg


HIRZENHAIN.
1145 Stunden haben die ehrenamtlichen Helfer des Fördervereins bis dato im Hirzenhainer Waldschwimmbad gerackert. 31 Arbeitseinsätze brachten sie bereits hinter sich - mit dem festen Ziel im Visier, den Badebetrieb im Mai 2008 wieder freizugeben. Gerade in den vergangenen vier Wochen hat sich die Baustelle am Ortsrand erheblich verändert. Langsam, aber sicher kristallisieren sich die ersten Konturen des modernen Naturerlebnisbades heraus. Fördervereinsvorsitzender Thomas Loos betont: "Alle freuen sich schon jetzt auf den kommenden Sommer." Auch Bürgermeisterin Elfriede Pfannkuche blickt erwartungsvoll über das Areal. "Die Besucher werden begeistert sein", prognostiziert die Verwaltungschefin zuversichtlich. Gerade wird im neuen, 75x20 Meter großen Schwimmbecken die Teichfolie verlegt. Der Wasserkreislauf steht bereits. "Die Arbeiten gehen genau so voran, wie wir uns das vorgestellt haben", bilanziert Loos zufrieden. Gras- und Heckenschnitt, Aufmauerarbeiten im Bereich des Beckens, Mauerarbeiten im Bereich der 25 Meter langen Wasserrutsche, Verfugarbeiten an der Sprunganlage, diverse Abrissarbeiten, die Verlegung von Kunststoffrohren zur Wasserführung auf dem Bodenfilter - all das haben die Mitglieder des Fördervereins bereits erledigt. "Gerade die Arbeiten, deren Ergebnis man jetzt nicht unbedingt sieht, waren besonders umfangreich. Etwa die Verrohrung oder das Legen der Versorgungsleitungen", erzählt Loos. Sein Stellvertreter Dieter Krapp, Joachim Wagner, Jürgen Faust und Eberhard Schmidt, allesamt Mitglieder des Fördervereins, nicken zustimmend.
Waldschwimmbad Hirzenhain Was man dagegen sieht: den imposanten Sprungturm am Kopf des Beckens. Und das nicht nur wegen seiner Höhe. Sondern auch wegen des dunkelroten Basalt-Tuffs, mit dem er gebaut wurde. Eine echte Rarität: "Den gibt es sonst nur noch auf den Osterinseln", weiß Jürgen Faust. Die Steine, die außerdem als Abgrenzung dienen, stammen aus einem stillgelegten Steinbruch bei Michelnau. Einen der Blöcke zieren die Umrisse eines weiblichen Körpers - Relikt des jüngsten Bildhauerkurses im Niddaer Stadtteil. "Wenn alles grünt und blüht, werden auch die Steine zu einem echten Farbhighlight", gerät Loos unversehens ins Schwärmen. Zwei Sprungbretter - etwa in einem und drei Metern Höhe - werden eine der neuen Attraktionen des Bades komplettieren.
Auch der Rasen und die Hecken, die jetzt im Herbst naturgemäß ein eher tristes Bild abgeben, sollen für den ein oder anderen Farbakzent sorgen. Die Hecke zum Sportplatz, erklärt Jürgen Faust, soll durch standortgerechte, einheimische Heckenpflanzen wie Hainbuche, Weißdorn oder Schneeball ergänzt werden, die im Sommer blühen. Die Böschung zum in unmittelbarer Nähe verlaufenden Vulkanradweg soll eingesät werden, mit blühenden Trockenrasengewächsen wie Königskerzen, Nachtkerzen oder Wegwarten. Die Chancen stehen gut, dass der Wetteraukreis 50 Prozent der Kosten für diese Maßnahmen übernimmt.
Die ersten Ergebnisse bestätigen Elfriede Pfannkuche darin, dass es trotz mancher Unkenrufe richtig war, das Waldschwimmbad in der zurückliegenden Badesaison nicht zu öffnen - "zumal der Sommer ohnehin nicht herausragend war". So hätten die ehrenamtlichen Helfer ohne Zeitdruck ans Werk gehen können. Mit Blick auf den Sommer, der eigentlich keiner war und die Schließung erträglich machte, scherzt Joachim Wagner: "Der Förderverein hat mit Petrus gesprochen..."
Dennoch: Es liegt noch ein langer Weg vor den Fördervereins-Mitgliedern. "Drei bis vier Jahre", schätzt Planer Jörg Janisch, "werden noch ins Land ziehen, bis sich das Naturerlebnisbad so präsentiert, wie wir es uns alle wünschen." In zwei weiteren Bauabschnitten sollen beispielsweise - losgelöst vom Badebetrieb - noch die bestehenden Gebäude saniert, der Hang befestigt, ein Beachvolleyballfeld angelegt und das gesamte Areal begrünt werden.
Um zügig voran zu kommen und die Arbeit auf möglichst vielen Schultern verteilen zu können, werden noch freiwillige Helfer gesucht, die tüchtig anpacken können. Zum Beispiel beim Bau der rund 300 Quadratmeter großen Holzdecks, bei Garten- und Natursteinarbeiten, dem Bau einer Brücke oder der Renovierung des alten Technikgebäudes, in dem auch die Badeaufsicht und die DLRG ihren Platz finden sollen. Und im Sommer 2008 wird es dann einen kompletten Neubeginn im traditionsreichen Bad geben.



Waldschwimmbad Hirzenhain Waldschwimmbad Hirzenhain
Mitglieder des Fördervereins, Bürgermeisterin Elfriede Pfannkuche und Planer Jörg Janisch auf dem Sprungturm, der aus dunkelrotem Basalttuff errichtet wurde. Noch liegt Laub in der Bahn der Wasserrutsche, die sich seitlich ins Schwimmbecken schlängelt.