Südkurier 06.05.2006


Naturbad Hohenfels soll am 11. Juni eröffnet werden - Interview mit Adolf Hahn

Badewasser ohne Chlorgeruch


Stockach
Im Hohenfelser Teilort Kalkofen entsteht derzeit das einzige Naturbad im Landkreis Konstanz. Um dieses Projekt zu verwirklichen, hat sich der Verein Naturbad Hohenfels gegründet. Im August vergangenen Jahres gingen die Arbeiten los. Der SÜDKURIER sprach mit dem Vorsitzenden Adolf Hahn.


Setzen des Sprungfelsens
Wie kam es dazu, das Schwimmbad in Kalkofen in ein Naturbad umzubauen?

Nach der Ankündigung der Gemeinde Hohenfels, das Bad 2005 aus Kostengründen nicht mehr zu öffnen, wollte der Gewerbeverein von der Bevölkerung von Hohenfels wissen, wie wichtig ihr das Freibad ist und startete eine Umfrage. Über 60 Prozent der abgegebenen Fragebögen enthielten den Vermerk "sehr wichtig". Darauf hin wurde am 3. Mai 2005 eine Projektgruppe unter Leitung von Peter Moll und mir gegründet, mit der Aufgabe, nach Möglichkeiten zu suchen, ob und wie das Bad wieder eröffnet werden kann. Nach dem Besuch verschiedener Bäder war klar, die einzige Möglichkeit ist, das bestehende Bad in ein Naturbad umzuwandeln. Beim Naturbad fallen beispielsweise keine Kosten für Chlor und Heizung an.

Seit wann wird am Naturbad gearbeitet und wie viele Helfer sind daran beteiligt?

Am 25. Juli 2005 fand die Gründungsversammlung des neuen Vereins Naturbad Hohenfels statt. Mitte August gingen die Arbeiten dann los. Unter der Woche waren immer rund zehn Helfer im Bad, an den Samstagen waren es bis zu 30 Personen, die uns unterstützt haben. In der Zwischenzeit wurden bereits über 3000 Stunden Eigenleistung erbracht. Die Helfer kommen fast ausschließlich aus der Gemeinde Hohenfels.

Wie viel kostet der Umbau und wer trägt die Kosten?

Der Umbau des Schwimmbades kostet etwa 200000 Euro, davon sind 90000 Euro Planungs- und Materialkosten. Die Kosten trägt der neu gegründete Verein Naturbad Hohenfels. Die 90000 Euro Materialkosten müssen wir durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und einen Kredit finanzieren. Die 110000 Euro Lohnkosten werden durch Eigenleistungen erbracht.

Wie wird das Naturbad aussehen, was wird verändert?

Verändert hat sich eigentlich alles. Das Becken ist um neun Meter länger und an der tiefsten Stelle nun 1,20 Meter tiefer geworden. Im hinteren Bereich gibt es nun einen Sprungfelsen, von dem man von 1,5 Metern in das Wasser springen kann. Im vorderen Bereich des Bades wird zurzeit gerade eine zehn Meter lange Wasserrutsche in das Gelände gebaut. Links und rechts des Beckens gibt es Holzstege. Die bekannte rechteckige Form eines herkömmlichen Bades wird durch Flachwasserzonen an verschiedenen Stellen aufgehoben. Auch das Kinderbecken wurde neu gestaltet, hier können Kleinkinder in zwei verschieden tiefen Becken im Wasser planschen.

Adolf Hahn, Vorsitzender des Vereins Naturbad Hohenfels, Foto: Simone IseWann soll die Eröffnung sein? Wird es ein Fest geben?

Die Eröffnung soll am 11. Juni stattfinden und natürlich gibt es ein Fest. Aber um diesen Termin - wir konnten durch den strengen Winter lange nicht arbeiten - einhalten zu können, brauchen wir die Unterstützung der Bevölkerung von Hohenfels.

Wie hoch wird künftig der Eintritt für Besucher sein?

Wie bereits erwähnt, ist der Betreiber zukünftig der Verein Naturbad Hohenfels. Wir haben in der Zwischenzeit 150 Mitglieder. Ihr Mitgliedsjahresbeitrag, der beispielsweise für eine Familie mit Kindern 50 Euro beträgt, ist gleichzeitig auch der Eintritt ins Bad. Für uns ist es wichtig, möglichst viele Mitglieder zu gewinnen. Selbstverständlich gibt es für Urlauber oder Tagesgäste die Möglichkeit, Eintrittskarten zu kaufen. Der Eintrittspreis ist vergleichbar mit den Freibädern in Orsingen und Stockach.

Was genau unterscheidet dieses Naturbad von herkömmlichen Schwimmbädern?

Wie der Name schon sagt: es ist ein Naturbad. Das Bad wird völlig ohne Chlor betrieben. Die Reinigung erfolgt durch zwei große Regenerationsbecken, in denen verschiedene Kies- und Lavagesteinsschichten aufgebaut sind. Auch Pflanzen reinigen das Wasser. Das gereinigte Wasser wird dann wieder in das Bad gepumpt, so wird das Wasser dauernd umgewälzt, damit keine Verunreinigung stattfinden kann. Es ist in dieser Gegend im Moment noch das einzige Naturbad und mancher Badegast wird vielleicht etwas verunsichert sein, ob das Wasser auch sauber und keimfrei ist. Aber ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass es in den Naturbädern, die wir kennen, noch nicht einen Fall von Verunreinigung gab. Zudem wird das Wasser wöchentlich durch ein anerkanntes Labor untersucht.

Die Fragen stellte Simone Ise.


____________________________________________________


siehe dazu weiterführende Links:

Naturbad Hohenfels - Bildergalerie vom Bau

diesen Artikel online in suedkurier.de
"Wer will helfen" in suedkurier.de


www.pflanzenklaeranlagen.de