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Hersfelder Zeitung, 05.11.03
System Haunetal für Guangzhou
Delegation aus China informierte sich über Pflanzenkläranlagen in Odensachsen
Von Thorsten Sindel
HAUNETAL Das Schilf an den Ufern des Perlflusses mag zwar höher sein, aber im Haunetal ist es derzeit nützlicher: Eine Delegation aus China besuchte gestern Vormittag die Pflanzenkläranlage in Odensachsen, um sich über die Funktionsweise der naturnahen Abwassertechnologie zu informieren. Und das, was Dong Ping Xin, DiI"ektor des Umweltamtes Guangzhou, einer Stadt im Süden des Landes in der Nähe von Hongkong, seine beiden Mitarbeiter und die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Technischen Universität der Provinz Guangdong, Huijung Tang, in Odensachsen zu sehen bekamen, hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Gästen aus Ostasien. Vor allem für kleinere Städte und ländliche Regionen böten PflanzenschutZkläranlagen eine preisgünstige und naturnahe Alternative, berichtete die Universitätsangestellte Tang. "In China wird derzeit viel Geld zur Verfügung gestellt, um das Abwasserproblem in den Griff zu bekommen. Es wird nicht nur in die ökonomie, sondern auch in den Umweltschutz investiert", erklärte Wensheng Zhang, der zugleich als Dolmetscher für die Gruppe fungierte und an der Technischen Universität Darmstadt im Fachbereich Abwassertechnik promoviert. Dort sind die Besucher aus China drei Wochen lang zu Gast. Um den Besuchern möglichst viel Wissen mit auf ihren langen Heimweg zu geben, sind Zhang und seine deutsche Kollegin, Barbara Weber mit der Ingenieurgesellschaft Janisch und Schulz, die die Pflanzenkläranlage in Odensachen geplant und den Bau begleitet hat, in Kontakt getreten.

Mitten im Schilf: Haunetals Bürgermeister Hein-Peter Möller (Zweiter von links) begrüßte gestern eine Delegation aus China an der Pflanzenkläranlage in Odensachsen. Die Gäste aus dem Reich der Mitte waren an der naturnahen Abwasserreinigung interessiert. Der Planer der Anlage, Jörg Janisch (Mitte), erläuterte die Arbeitsweise, FOTO: SINDEL
Am Beispiel der Abwasserentsorgung für das untere Haunetal zeigte deren Geschäftsführer Jörg Janisch gestern den Gästen, wie die Abwässer von über 500 Haushalten mit Hilfe von Schilf gereinigt werden. Für Janisch selbst war der Informationsaustausch nicht der erste Kontakt mit China: Der Diplom-Ingenieur hat erst kürzlich eine Pflanzenkläranlage in der Nähe von Shanghai gebaut, die im September in, Betrieb ging. "In den großen Stadtzentren gibt es Kläranlagen, in den Vororten existiert allerdings fast gar nichts", hat Janisch bei seinem Besuch festgestellt. Die naturnahe Abwasserreinigung sei für China gut geeignet: "Das ist eine Lösung, die nicht sehr teuer ist", sagte Janisch. Sand, Kies, Pflanzen und Arbeitskräfte seien ausreichend vorhanden, meinte der Kläranlagenbauer. "Ich freue mich, dass Sie die Kläranlage Odensachsen als Objekt ihrer Studien ausgesucht haben. Es ist erstaunlich, dass Wir beispielgebend für China sind", sagte Haunetals Bürgermeister Hein-Peter Möller, als er die Gäste, aus Ostasien begrüßte. Er zeigte sich erfreut, dass auf einem weiteren Gebiet ein Austausch von Wissen stattfindet. Bisher habe Waldhessen nur in Verbindung mit seinen Buchenwäldern im Reich der Mitte für Aufmerksamkeit gesorgt, meinte Möller.

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